Skalen sind im Coaching ein Tool zur Quantifizierung des Erlebens, Aufzeigen von Veränderungen und Ressourcenfindung.

Die Skalierung dient dazu, aus einem schwierigen Kontext eine einfache messbare Angelegenheit zu machen, mit dem Ziel, dass die Kund*in Abstand zu ihrem Problem gewinnt und so der Blick wieder frei wird für Lösungen.

Skalierungen bieten vielfältige Anwendungsmöglichkeiten. Sie können im Coaching*Prozess in unterschiedlichen Phasen eingesetzt werden. Entweder bereits in der Definition des Auftrages, in der Bearbeitungsphase oder am Ende des Coachings um die Maßnahmen zu schärfen.

Werden Skalierungen in der Bearbeitungsphase angewendet, so ist die Dimension der Bearbeitung wesentlich umfangreicher als in der sonstigen Arbeit mit Skalen.

Hier einige Beispiele, die ich in meinen Coachings anwende:

Die Skala
Betrachtet man eine Skala von 1 bis 10, so bedeutet 10, dass das von der Kund*in definierte Ziel aus ihrer Sicht vollständig erreicht ist. 1 steht für den Beginn der Beschäftigung mit dem Problem.

Standortbestimmung
Die Standortbestimmung verdeutlicht, wo sich die Kund*in aktuell bei einem konkreten Ziel sieht. Was ist die gegenwärtige Einschätzung der Kund*in? Weshalb konkret sieht sich die Kund*in bei dieser Zahl?

Zuversicht stärken
Durch die aktuelle Standortbestimmung kann sichtbar gemacht werden, was bereits erreicht worden ist. Diese wertschätzende Vergangenheitsbetrachtung hilft erzielte Fortschritte zu erkennen und sichtbar zu machen. Es unterstützt dabei Zuversicht und Vertrauen zu gewinnen, da man bereits ein Stück des Weges gegangen und dem Ziel bereits näher ist. Es ist eine gute Möglichkeit sich der eigenen Schritte, Aktivitäten und Verhaltensweisen bewusst zu werden, die bereits zu dieser Veränderung geführt haben. Was ist der Unterschied zwischen heute und der Zahl 1? Es stellt sich die Frage: Wie haben Sie das geschafft? Der zurückgelegte Weg wird in den Fokus gestellt.

Ziel konkretisieren
Besteht Bewusstsein für den aktuellen Standort und die Schritte, die dazu geführt haben, kann das persönliche Entwicklungsziel definiert werden. Wo konkret liegt der gewünschte Zustand? Manche Menschen möchten die 10 erreichen, andere sind bei 7 oder 8 schon vollständig am Ziel. Die Frage ist: Wie wirkt es sich aus Sicht der Kund*in aus, wenn diese ihr Ziel erreicht hat? Auf sie persönlich, aber auch auf ihr Umfeld.

Unterschiede nutzen
Das Skalieren macht bedeutsame Unterschiede sichtbar. Was konkret unterscheidet Punkt A von Punkt B? Was hat die Kund*in beim einen oder anderen Beispiel gemacht, oder nicht gemacht? Es ist eine Einladung an die Kund*in kleine Unterschiede zu erkennen und bewusst wahrzunehmen um diese in Zukunft auf neue Situationen zu übertragen

Kleine Schritte
Es ist wichtig, dass realistische Schritte definiert und fokussiert werden. Wie groß der Wunsch nach Veränderung auch ist, es ist wichtig zu erkennen, dass die Entwicklung immer beim nächsten kleinen Schritt beginnt. Große Veränderungen (z.B. von 5 auf 8) sind immer in kleinen Schritten zu definieren. Die Frage ist: Wie werden Sie erkennen, dass Sie von 5 auf 8 sind? Was sind die möglichen kleinen Schritte z.B. von 5 auf 6, von 6 auf 7, von 7 auf 8 um letztendlich Ihr Ziel zu erreichen? Je mehr die definierten Unterschiede im Alltag sichtbar werden, umso mehr werden diese als positive Entwicklung wahrgenommen.

Als Coach bin ich immer wieder begeistert was für eine große Wirkung diese einfache Intervention hat.

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