Die Gruppe sollte höchstens zehn Personen umfassen, eher weniger, eventuell lässt sich diese Methode sogar zu zweit erfolgreich praktizieren (im Sinne eines Coaching*Gespräches).) Zudem hat es sich bewährt, wenn eine bestimmte Person sich für die Moderation und insbesondere für die Einhaltung der Regeln verantwortlich erklärt – sie/er muss „eisern“ auf deren Einhaltung beharren, ohne allerdings durch das oft nötige Unterbrechen und „Reformulieren“ zu großen Frust bei den anderen auszulösen!

Ablauf

Zuerst stellt die Fallbringer*in den Fall dar (ca. 5 bis höchstens 10 Minuten), um dann die Ressourcen der Gruppe zur Analyse des Problems optimal nutzen zu können.

Danach werden von den anderen Verständnisfragen gestellt.

Nun beginnt die „heiße Phase“: durch Fragen geben die Gruppenmitglieder (in der Reihenfolge der Wortmeldung) der Fallbringer*in Impulse zum Weiterdenken

Dabei wären folgende Arten von Fragen sinnvoll:

Fragen zur Konkretisierung, etwa die Bitte um ein Beispiel, eine Illustration

Fragen zum gedanklichen, theoretischen Hintergrund der Fallbringer*in („Was für Überlegungen führen dich dazu, das zu glauben?)

Fragen, die auf eine Ausweitung der Problemsicht abzielen, vor allem die so genannten zirkulären Fragen (aus der systemischen Praxis), die einen Perspektivwechsel einleiten

Eine Variante sind Fragen nach dem Guten im Schlechten und nach dem Schlechten im Guten, also z. B.: „Was hättest du für Nachteile, was würdest du verlieren, wenn du den angestrebten Posten bekämst?“ oder aber: „Was würdest du gewinnen, wenn du die Auseinandersetzung mit Y vor dem X-Ausschuss verlieren würdest?“

Dazu gehört auch die beliebte Wunderfrage: „Stell dir vor, du kommst morgen an deinen Arbeitsplatz, und über Nacht ist ein Wunder geschehen, es hat sich dort alles in den Idealzustand verwandelt – wie würdest du diesen Idealzustand beschreiben? Woran würdest du merken, dass das Wunder geschehen ist?“

Fragen, die vermieden werden sollten:

Entscheidungsfragen, das sind Fragen, die man nur mit ja oder nein beantworten kann, z. B.  „Warst du zornig über den Vorfall?“ besser wäre „Was für Gefühl löst es in dir aus, wenn du an den Vorfall denkst?“)

Doppelfragen (Glaubst du, dass …, oder siehst du das eher so …“)

Suggestivfragen: „Meinst du nicht, dass …“·sowie Ratschläge (auch versteckte!)

Interpretationen („Für mich ist die Situation klar: du hast …“)

Der Moderator*in obliegt es, die Fragemuster genau mit zu verfolgen, im Bedarfsfalle einzugreifen und Hilfestellung für das Umformulieren anzubieten.

Abschließend, wenn Zeit ist und wenn es gewünscht wird, sollte zumindest die Fallbringer*in die Gelegenheit haben, der Runde ein kurzes Feedback zu geben oder sich zu seiner bzw. ihrer Befindlichkeit zu äußern.

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>